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Gesundheitsbeitrag

Wann sind wir eigentlich mal zufrieden?

Die glücklichsten Menschen der Welt leben in Dänemark, Deutschland rangiert auf Platz 26, noch hinter Oman, Panama und den USA. So der „World Happiness Report“ der Vereinten Nationen. Wir Deutsche mal wieder nur ein Volk der Nörgler und Zweifler? Ganz und gar nicht, zeigt eine neuere Forsa-Studie. Demnach sind drei Viertel der Deutschen lebensfroh. Fast die Hälfte gibt sogar an, eine „große Lebensfreude“ zu empfinden (aus www.handelsblatt.com*).

„Die Natur hat uns ganz sicher nicht dazu gemacht, vorwiegend glücklich zu sein“, beruhigt uns der angesehene Psychologieprofessor Joseph Forgas in der aktuellen Januarausgabe der Zeitschrift PSYCHOLOGIE HEUTE. Auch negative Gefühle wie Angst oder Trauer brauchen ihren Platz, sonst würden viele bedeutende Leistungen der Menschheit gar nicht erst möglich sein. Denn wo wäre zum Beispiel unsere Kultur ohne die großen Tragödien der Literatur?

Glücklich oder zufrieden.

In regelmäßigen Abständen werden Umfragen veröffentlicht, bei denen die glücklichsten deutschen Bundesländer ermittelt werden. Abgesehen davon, dass    in den meisten Fällen die süddeutschen Regionen die Nase vorn haben, fällt noch etwas anderes ins Auge. Die große Frage nach dem Glück lautet oft: „Wie zufrieden sind sie mit Ihrem Leben?“

 Sind Glück und Zufriedenheit etwa ein und dasselbe?

Das sagt die Psychologie.

Glück und Zufriedenheit werden oft miteinander verwechselt, sind aber doch zwei verschiedene Dinge. Zufriedenheit ist vielleicht etwas Bescheideneres, aber dafür dauerhafter. Zufriedenheit ist eine Lebenseinstellung, ein stabilerer Zustand. Glück ist ein Hochgefühl, das schneller kommt und geht. Nach Professor Philipp Mayring von der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt ist Zufriedenheit das stabilste gute Gefühl, eine positive Grundstimmung, die das Leben bejaht.

 Probier´s mal mit Zufriedenheit.

Um Zufriedenheit zu erlangen, gibt es aus Sicht des Trierer Psychologieprofessors Jochen Brandststädter zwei grundsätzliche Möglichkeiten (PSYCHOLOGIE HEUTE). Die eine ist es, offensiv zu versuchen, seine Träume und Wünsche zu verwirklichen. Bei der anderen gilt es vielmehr, seine Ansprüche zu verändern und die eigenen Ziele auch mal zu überdenken. In den westlichen Industrieländern ist vorwiegend die erste Variante („Ich schaffe das!“) ausgeprägt. Die zweite ist zurückhaltender und lehnt sich eher an fernöstliche Lehren an.

Diese Art von Zufriedenheit können wir über mehrere Wege erreichen. Zum Beispiel so:

  • Mehr Gelassenheit üben, indem wir die eigenen Ansprüche ruhig mal etwas zurückstecken.
  • Auch diejenigen Gefühle zulassen und akzeptieren, die störend sind, denn sie haben ebenso ihre Berechtigung.
  • Versuchen, nicht alles immer gleich zu bewerten und sich mit anderen zu vergleichen.
  • Unsere Aufmerksamkeit mehr auf die Gegenwart, das Hier und Jetzt richten und weniger über die verpassten Chancen der Vergangenheit und die Dinge, die zukünftig nicht gut laufen könnten, grübeln.

Fazit: Zufriedenheit kann man lernen, Glück kann einem begegnen.

Quellen:

*http://www.handelsblatt.com/panorama/lifestyle/neue-studie-zehn-strategien-zum-gluecklichsein/8902738.html (mit Material von Forsa) vom 10.10.2013

PSYCHOLOGIE HEUTE 1/2014, www.psychologie -heute.de

UN World Happiness Report 2013